„Ungschminggd“ begeistern beim „Pico“ in Hundsruck mit neuem Programm „ois is out“

Saldenburg/Hundsruck. Mit ihrem neuen Bühnenprogramm „ois is out“ haben Karl Bauhuber, Karl Handlos und Richard Peterhansl im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Pico“ Klessinger in Hundsruck „ungschminggd“ ihre Sicht auf eine „vodrade Welt“ kundgetan und die Lachmuskeln des begeisterten Publikum arg strapaziert, das bei so manchem Refrain kräftig mit einstimmte.

Schnell hatten die drei niederbayerischen Vollblutmusiker und –Comedians aus der Nähe von „Klousta“, die sich mit Nummern vorstellten („weil Namen out sind“), ihre Zuhörer mit ihrer Sicht auf diese „vodrade“ Welt, wo altbewährtes nichts mehr gilt, wo vieles aus den Fugen geraten und nichts mehr Bestand hat, auf ihrer Seite – „ois is out“ eben. Sie trauern der „Kramer Lis“ mit ihrem Dorfladen nach, beweinen das Wirtshaussterben, weil‘s einen richtigen „Schweinsbraten, knusprig braun, und zwei Halbe Bier dazu“ nicht mehr gibt, und ärgern sich über die Fernseh-Köche, die immer neue Essgewohnheiten erfinden –„Vegetarier, Veganer, Frutarier und Allesfresser…“. Ihre selbstgestrickten Lieder (Karl Handlos) und Wortspielereien (Sepp Oswald) begleiten „da Kare, da Kale und da Richard“ mit Akkordeon, Gitarre und Kontrabass; letzterer noch als „Lehrbua“, der für den erkrankten Sepp Oswald einsprang. Mit bissigem Spot, hintersinnigem, waidlerischem Humor und einer Portion Gesellschaftskritik betrachten sie das Konsum- und gesellschaftliche Verhalten in einer scheinheiligen Welt, wo Millionäre das Sagen haben und Geld scheffeln – „is des gerecht?“, fragte ein entrüsteter Kare.

„Jessas, san mia Manna dumm“ stimmte das Publikum im Refrain den Vollblutmusikern zu, die sich über männliche Eskapaden und die „Manna-Grippe“ ebenso ausließen, wie über den Schönheitswahn vieler Frauen: „es gibt nix, wo’s net gibt“. „Wiari wia so wiari“ stellten sie zu den Charakteren von Merkel, Trump, Putin und Erdogan fest und empfahlen dem Publikum „bleibt’s so wias seids“. Denn auch „da Naz‘“ komme mit seinem Motto „Mia glangt’s, dase woas, dase kannt, wenne mecht“ ganz gut zurecht. „Aufhörn is out“, forderte das euphorische Publikum Zugaben ein, die „da Kare“ nochmals mit einer Spitze auf die Flüchtlingsprobleme, eine befürchtete bargeldlose Zeit und das Vermummungsverbot nutzte und sich bei den Wirtsleuten wie den freundlichen Bedienungen unter dem Applaus bedankte. „Mia wünsch‘ ma uns von euch“, legten die drei niederbayerischen Originale zum Abschied ihrem dankbaren Publikum nahe: „Lost euch nix g’foin von der Politik und den hohen Herr’n, bleibt’s immer freundlich und demütig zu jeder Zeit“, und sie hofften auf ein „Wiedaseg’n in dem oder in an anderm Leb’m“. – th


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